Zustand der Orgel


Die derzeitige Orgel im nördlichen Kreuzarm der Stiftskirche wurde gebaut von der Firma Franz Breil, Dorsten, und 1964 aufgestellt. Sie steht in ihrem Aufbau in der Tradition des norddeutschen Orgeltyps. Die Gestaltung und Intonation wurden in Verbindung mit dem Bischöflichen Bauamt und dem Landesdenkmalamt vorbereitet von Hermann Fischer und Rudolf Reuter, Münster. Der Klangkörper der Manuale ist unter Berücksichtigung der beiden Fensteröffnungen auf die Mitte der Querschiffswand ausgerichtet, während das Pedal mit Rücksicht auf die Seitenapsis asymmetrisch links vom Hauptkörper aufgestellt ist. Das Werk hat Schleifladen mit mechanischer Traktur, eine elektrische Registratur und zwei freie Kombinationen. Auf 3 Manuale und Pedal sind 40 Register mit insgesamt 3200 Pfeifen verteilt.

Die letzte grundlegende Überholung und Reinigung erfolgte 1992. Dabei wurden einige Pfeifenfüße verstärkt. 1994 wurde eine Schwellwand im Hauptwerk eingeführt und eine Dispositions-Umstellung im ersten Manual vorgenommen. Ein 8-Fuß-Register (Flute traversiere) aus dem noch erhaltenen Pfeifenwerk der Vorgänger-Orgel wurde 2001 in das Haupt-Manual im Austausch gegen ein altes Register eingefügt.

Inzwischen befindet sich Orgel in einem schlechten und dringend renovierungsbedürftigen Zustand.Dazu haben wie in vielen anderen Kirchen Kerzenruß, Staub nach Baumaßnahmen, Feuchtigkeit, Heizungsluft und stark wechselnde Temperaturen beigetragen. In Verbindung mit der Feuchtigkeit hat sich ein schmieriger Film gebildet, der durch den Ventilator in die Windladen gezogen ist und sich nicht mehr entfernen lässt. Dabei hat sich an vielen Stellen, auch an der Klaviatur, Schimmel ausgebildet. Einige der mit Zinn-Blei-Legierung versehenen Pfeifen sind bereits umgeknickt. Dichtungen am Pfeifenwerk sind teilweise zersetzt, auch die Windladen sind durchlässig geworden. Durch die offene Verdrahtung im Unterbau der Orgel bestehen auch Sicherheitsmängel, gefährliche Kurzschlüsse an den elektrischen Leitungen können nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Tasten sprechen teilweise nur noch schwer an. Dass diese Mängel beim Orgelspiel – noch – nicht stärker zu hören sind ist nur durch eine geschickte Registrierung zu erreichen.

Bauliche Veränderungen wie der Altar-Umbau 2005 führten zu starken Staubbelastungen, die auch durch eine Staubwand nicht vollständig verhindert werden konnten. Insbesondere aber der ungünstige Standort nahe an der Wand des nördlichen Kreuzarms mit hoher Wand- und Boden-Feuchtigkeit ist eins der Hauptprobleme, mit denen das Instrument zu kämpfen hat.

Die derzeitigen Schäden werden deutlich erkennbar in den beiliegenden Bildern, die freundlicherweise  von Ulrich Grimpe, Leiter des Referats Kirchenmusik und Orgelsachverständiger des Bistums Münster, zur Verfügung gestellt wurden.

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